Dortmund, 07.07.2026. Das Berufsförderungswerk Dortmund besuchte die ehemalige Teilnehmerin Monika Behrend an ihrem neuem Arbeitsplatz bei der Sparkasse Bochum.
Frau Behrend berichtet aus ihrer persönlichen Perspektive über ihren Weg, ihre Erfahrungen und die positiven Veränderungen, die sie mit Unterstützung des BFW Dortmund erlebt hat.
Mit ihrer Geschichte möchte sie anderen Menschen Mut machen, offen über Herausforderungen sprechen, Unterstützung anzunehmen und gemeinsam neue Perspektiven zu entwickeln:
Ich war über 40 Jahre in der Friseurbranche zu Hause. 25 Jahre davon als Meisterin, als Ausbilderin, als Leiterin eines Salons und eines Teams. Ich war eine Powerfrau, habe immer voll mitgearbeitet, Verantwortung getragen und meine Arbeit geliebt. Dieser Beruf war ein großer Teil meines Lebens...
Doch dann kam der Moment, der alles veränderte.
Vier Bandscheibenvorfälle. Eine Versteifung der Halswirbelsäule.
Und schließlich die Nachricht: „Sie dürfen in Ihrem Beruf nicht mehr arbeiten."
Ich kann Ihnen sagen: Das war ein Schock.
Der Boden unter meinen Füßen war plötzlich weg.
Mir gingen so viele Fragen durch den Kopf:
Wer nimmt dich denn in dem Alter?
Was kannst du überhaupt noch?
Wie soll deine Zukunft aussehen?
Dazu kamen Existenzängste, Zweifel und ein Gedankenchaos,
das mich völlig überrollt hat.
Ich fühlte mich, als würde ich in ein Loch fallen.
Aber — und das ist die wichtigste Botschaft, die ich heute mit Ihnen teilen möchte: Man darf in diesem Loch nicht bleiben.
Ich habe mir Hilfe gesucht und bin im Berufsförderungswerk Dortmund gelandet.
Das war der Anfang meiner neuen Reise.
Zuerst sechs Monate im Kaufmännischen Lerncenter. Dann neun Monate im InCenter.
Und ja — da ging es auch um IT. Und ich dachte:
Kann ich nicht. Will ich nicht. Mache ich nicht.
Ich hatte gefühlt zehn Nervenzusammenbrüche.
Aber wissen Sie was?
Es waren die langen Gespräche mit den Dozenten, die mich wieder aufgebaut haben. Wir haben gemeinsam herausgefunden, wo meine Stärken liegen, welche Fähigkeiten ich aus meinem alten Beruf mitbringe und wo ich gebraucht werde.
Also habe ich meine Krone gerichtet, die Selbstmitleidsphase beendet und angefangen, Bewerbungen zu schreiben.
Ich habe gelernt, mit Absagen umzugehen und trotzdem weiterzumachen.
Und dann — durch eine einfache Stellensuche — fand ich sie: Eine Ausschreibung für Quereinsteiger im Vertrieb bei der Sparkasse Bochum.
Ich habe mich beworben. So wie ich bin. Ohne mich zu verstellen.
Dann hieß es warten.
Ich bekam die Einladung zum Gespräch — und ich kann Ihnen sagen, ich habe mich wochenlang darauf vorbereitet. Denn ich wollte diese Chance nutzen.
Und erneut: warten. Nerven auf Anschlag.
Bis endlich die Entscheidung kam: Ich habe die Zusage bekommen.
Mit 60 Jahren starte ich nun meine zweite Karriere — im Bankwesen, als Quereinsteigerin im Vertrieb bei der Sparkasse Bochum.
Und mein Fazit aus dieser gesamten Reise lautet:
Gib niemals auf.
Glaube an dich.
Es ist nie zu spät, neu anzufangen.
Und deine Fähigkeiten sind wertvoll — egal, wie alt du bist.
Vielen Dank fürs Lesen.