BFW-Dortmund

Reha-Berater entdecken Zukunftsberufe mit Oldtimer

BFW-Bustour stoppt bei Otto Fuchs und Werkstoffprüfung Kunze

Der Werkstoffprüfer von Otto Fuchs in Meinerzhagen wendet seine Augen kaum von seinem Bildschirm. Er bleibt hoch konzentriert und stört sich nicht an den 25 Besuchern, die ihm über den Rücken schauen. Neben ihm schwimmt ein Blech im Wasserbad. Es ist nicht irgendein Blech - dieses Stück Aluminium soll einmal für Sicherheit am Himmel sorgen. Es ist ein Bauteil für ein neues Flugzeug.

Ob das Material auch wirklich allen Anforderungen entspricht und die höchste Sicherheit gewährleisten kann, dass prüft der Otto-Fuchs-Mitarbeiter akribisch mit Ultraschall-Wellen, die jede noch so kleinste Abweichung erkennen würden. Er betreut eine von insgesamt zwölf Prüfstationen. Erst wenn ein Bauteil alle Stationen einwandfrei durchlaufen hat, bekommt es das Prüf-Zertifikat und verlässt das Werk. Die Otto Fuchs KG aus dem Sauerland hat sich über viele Jahre mit diesen standardisierten Verfahren in der Luft- und Raumfahrttechnik und auch in der Automobil-Branche einen Namen gemacht. Hier sind Werkstoffprüfer am Werk, die die höchste Ausbildungsstufe, Level 3, besitzen. Einige von ihnen sind Absolventen des Berufsförderungswerkes Dortmund.

Werkstoffprüfer, das ist ein Beruf für die Zukunft. Das möchte das Berufsförderungswerk Dortmund den Reha-Beratern bei dieser Bustour aufzeigen. Mehr als 30 Teilnehmer werden im BFW jährlich zum Material- und Werkstoffprüfer qualifiziert. Das BFW ermöglicht mit der jährlich stattfindenden Bustour „Oldtimer@work“ den Reha-Beratern Einblicke in Berufsbilder direkt vor Ort. Das sind wertvolle Informationen, die sie später in ihren Beratungsgesprächen nutzen können. Ganz bewusst hat BFW-Vertriebsleiterin Silvia Schütte einen Oldtimer für diese Tour gewählt: „ Hier wird der Gegensatz zwischen dem was früher als modern galt und dem heutigen Standard zusätzlich sichtbar“, sagt sie. „Die Entwicklung schreitet rasant voran. Auch Berufsbilder entwickeln sich weiter. Das möchten wir den Reha-Beratern auf dieser Tour zeigen.“ Der Gegensatz zwischen Nostalgie und Zukunft könnte nicht deutlicher sein: Tatsächlich wirkt der mit kleinen Tisch-Lämpchen ausgestattete Oldie, Jahrgang 1965, vor den Werkshallen der Otto Fuchs KG wie aus der Zeit gefallen.

Auch bei dem zweiten Stopp der BFW-Bustour gibt es viele Informationen für die Reha-Berater. Bei der Werkstoffprüfung Kunze GmbH in Hagen geht es neben Ultraschall-Prüfungen auch um sogenannte zerstörende Prüfverfahren. Hier werden Materialen unter Druck gesetzt. Das Beispiel: Ein Edelstahlkolben muss sich einer Zerreißprobe zerreißt. Das Ergebnis ist Teil eines Gutachtens. Seit 70 Jahren ist das kleine Familienunternehmen eine feste Adresse für Werkstoffprüfung und mittlerweile für Produktionsbetriebe in ganz Deutschland tätig. Mit dem BFW Dortmund gibt es eine enge Kooperation. Die Werkstoffprüfung Kunze bietet Praktikumsplätze für BFW Teilnehmer und hat damit beste Erfahrungen gemacht. Zwei Absolventen haben inzwischen eine Festanstellung im zertifizierten Prüflaboratorium.

Eines wird den Reha-Beratern nach dieser Tour zu Arbeitgebern besonders deutlich: Wer sich für die Qualifizierung zum Material- und Werkstoffprüfer beim BFW Dortmund entscheidet, der hat schon mit Beginn der Umschulung eine Jobgarantie in der Tasche.

Die Deutschen Berufsförderungswerke