BFW-Dortmund

Azadeh Jamshad setzt sich dank BFW mit Ende 40 im neuen Job durch

Azadeh Jamshad sitzt mit strahlenden Augen an ihrem Schreibtisch. „Ich habe einfach alles richtig gemacht“, erzählt sie stolz. „Jetzt habe ich mit Ende 40 eine Festanstellung, in einem ganz neuen Job. Einfach unglaublich.“

Gerade bearbeitet sie eine neue Bestellung für ihren weltweit agierenden Arbeitgeber. Die diondo GmbH aus Hattingen baut industrielle CT-Anlagen für die Materialprüfung. Azadeh Jamshad ist für die gesamte Warenkette zuständig – von der Bestellung, Verpackung bis zum Versand. Die Industriekauffrau trägt eine große Verantwortung. „Ich hätte niemals gedacht, dass ich das alles hier packe. Dass ich überhaupt die Prüfung zur Industriekauffrau bestehe“, sagt die gebürtige Iranerin. „Es hat mir sehr geholfen, dass ich im Berufsförderungswerk vor meiner Umschulung einen Vorkurs Deutsch machen konnte.“ Dieser vorgeschaltete Kursus im BFW ist für Teilnehmer gedacht, die Deutsch nicht als Muttersprache haben. Azadeh Jamshad konnte sich im Alltag zwar gut auf Deutsch verständigen, doch für die Qualifizierung wollte sie ihre Kenntnisse vertiefen. Der Vorkurs Deutsch war für sie eine gute Grundlage, um die Herausforderungen ihrer Qualifizierung zu meistern.

Die Mutter eines Sohnes hat einen harten Weg hinter sich. LKW-Fahrerin war sie. Ein schwieriger Beruf. Doch die Frau mit den Wurzeln im Iran behauptete sich viele Jahre in dieser Männerdomäne. Azadeh Jamshad ist eine starke Frau. Niemals hätte sie gedacht, dass sie diese Stärke noch einmal in einem ganz anderen Bereich brauchen würde: „2014 wurde ich plötzlich krank“, erzählt sie. „Ich kam mit dem Verdacht auf Herzinfarkt in die Klinik. Mehrere Tage lag ich auf der Intensivstation. Zum Glück war es dann doch nichts Ernstes.“ Doch die Tage in der Klinik brachten andere Erkrankungen ans Licht. Azadeh Jamshad erzählte zum ersten Mal Ärzten von ihren chronischen Schmerzen in der Schulter und von ihren immer wiederkehrenden Depressionen. Beides musste behandelt werden. Die Schulter wurde schließlich operiert. Nach vielen Monaten gab es dann die erschütternde Erkenntnis: Als LKW-Fahrerin würde sie nie mehr arbeiten können.

„Was mache ich jetzt? Diese Frage habe ich mir immer wieder und wieder gestellt“, erzählt Azadeh Jamshad. Erst als sie auf einen Reha-Berater der Deutschen Rentenversicherung traf, wurde ein möglicher Ausweg sichtbar. „Da hörte ich zum ersten Mal vom Berufsförderungswerk (BFW) in Dortmund und dass ich da einen ganz neuen Job lernen könnte“, erinnert sie sich. Im November 2016 absolvierte sie im BFW eine Berufsfindung über mehrere Wochen. Ein besonderer Check ist das, über individuelle Fähigkeiten und Neigungen der zukünftigen BFW-Teilnehmer. Auch nach ihren eigenen Wünschen werden alle gefragt. Für Azadeh Jamshad gab es schließlich ein ganz klares Ergebnis: Ihr wurde eine Qualifizierung zur Industriekauffrau angeboten. Diese kaufmännische Umschulung bedeutet zwei Jahre lernen im BFW und in einem Betrieb, mit anschließender Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Klar war von Anfang an, dass es nicht einfach werden würde. Aber Azadeh Jamshad war bereit zu kämpfen. „Meine größte Motivation waren meine Mutter und mein Sohn“, sagt sie. „Ich hatte viele Zweifel. Aber beide haben gesagt: Das schaffst du schon.“ Ihre Mutter an ihrer Seite zu wissen, war das Wichtigste für die damals 46jährige. „Sie hat mir immer gezeigt, wie man lebt und wie man sich durchsetzt.“

Von Anfang an hat es Azadeh Jamshad im Berufsförderungswerk Dortmund gefallen. Neben der beruflichen Umschulung bekam sie hier auch psychologische Unterstützung und medizinische Hilfe. Nach ihrer Prüfung ging es direkt in die Festanstellung bei der diondo GmbH. Ihre Bilanz könnte kaum positiver sein: „Ich habe so viel Hilfe im BFW bekommen, das war wirklich toll. Heute kann ich sagen: Mir geht es richtig gut.“

Kontakt: 
Silvia Schütte 
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